Update: und hier ist es schon, das Anfangsstück aus den beiden ersten "Terminator"-Filmen.
Zum 25-Jährigen Bestehen des „Terminator“-Franchises haben uns die Rechteinhaber ein ganz besonderes Geschenk gemacht: sie haben es komplett in Grund und Boden gerammt, vor die Wand gefahren, zerstört. Schon „Terminator 3“ zeichnete sich durch absolute Überflüssigkeit aus, die Fernsehserie „Sarah Connor Chronicles“ wurde zumindest bereits eingestellt.
Was ist also passiert? Etwas ganz Schlimmes: der Film ist leider total öde. War der Zuschauer im ersten und zweiten Film noch gepackt vom Szenario, dem verzweifelten Kampf gegen die Zukunft und der Unerbittlichkeit des Terminators, ist hier davon nichts mehr übrig.
Erster großer Fehler: der Film spielt in der Zukunft. Bisher lebten alle Filme davon, dass ein Assassine aus der Zukunft kam und Sarah bzw. John Connor töten wollte. Es ist schon klar, so kann man nicht in Ewigkeit weiter machen. Ich persönlich meine übrigens ja auch, dass nach „Judgement Day“ Schluss hätte sein sollen.
Alle Teile hatten die Grundstimmung des drohenden Atomkriegs. Ein schreckliches Schicksal, dass uns allen droht, weltweit, ohne Entrinnen. Das ist hier alles schon Geschichte. Irgendwie schafft es Regisseur McG auch nicht, wirkliche Endzeit-Stimmung zu erzeugen, in der postatomaren Zukunft scheint es ja immer noch einen Haufen Soldaten zu geben, die auf ganz normalen Basen leben und ihre Flugzeuge und Hubschrauber putzen. Persönliche Enttäuschung: ich hatte auf einen schönen Luftkampf gehofft – gab’s aber nicht.
Zweiter großer Fehler: die Charaktere sind einem rotzpiepegal. Christian Bale als John Connor ist besonders unerträglich, etwa mit seinem messianischen Sendungsbewusstsein (in Form von Funksprüchen durchaus wörtlich zu nehmen). Kate Brewster (war das nicht mal Claire Danes?) spielt nicht viel mehr als die bangende Ehefrau, inklusive Szene, in der sie von hinten aus der Szene zu einer Wand im Vordergrund eilt, ihr Gesicht daran legt und „John“ flüstert. Wo sind die starken Frauenfiguren hin, die bisher in jedem Film der Serie vorkamen?
Gäb’s denn wenigstens noch fetzige Actionszenen – nö, bis auf eine schöne Verfolgungsjagd Fehlanzeige. Stattdessen haben wir hier eine farbarme überhellte Dystopie, der man die 200 Millionen Dollar Produktionskosten nicht so richtig ansieht. Man würde meinen, es gäbe für so viel Geld zumindest eine beeindruckende Szene. McGs schöne neue Welt zeichnet sich außerdem noch durch völlige Humorlosigkeit aus. Die Filme waren noch nie Actionkomödien, nicht ansatzweise, aber ein paar nette Momente hatte jeder der anderen Teile.
McG wollte außerdem noch Zitate aus den ersten beiden Vorgängern einflechten. Das ist ihm in wenigen Fällen gelungen (etwa gleiche Handlungorte im Los Angeles von 1984 und 2018), in der Regel wirken sie aber aufgesetzt und peinlich, teilweise sind ganze Abschnitte übernommen – das nennt man dann nicht mehr Hommage, sondern geklaut.
Nee, das war nix – unglücklicherweise macht McG auch den fünften Teil, und es soll eine Trilogie werden. Wieso überlässt man eine derart wichtige Reihe eigentlich Leuten, die sich (wie auch „T3“-John Mostow) in nichts Besonderem ausgezeichnet haben? Mal sehen, ob das Franchise sich nach dem Vor-die-Wand-fahren wieder aufrappelt wie der T-800 im ersten Film und seinen 30. Geburtstag erlebt. Oder Fans wie ich nur noch die alten DVDs in den Player schieben können.
Und noch etwas Nostalgie: sobald ich in meiner knapp bemessenen Freizeit dazu komme, gibt’s meine Interpretation des Original-Themas von Brad Fiedel (das in „Die Erlösung“ auch nur zart angedeutet vorkommt).
