Mittwoch, 3. Juni 2009

I am legend

Noch so ein Beispiel aus der Development Hell: Seit Anfang der Neunziger ist das Remake vom „Omega-Mann“ (wiederum schon die zweite Verfilmung des Romans „I am legend“ von Richard Matheson) in Planung. Ridley Scott sollte ihn mit Arnold Schwarzenegger verfilmen, scheiterte aber am geplanten Budget und daran, dass weder er noch Schwarzenegger zu der Zeit noch Garanten für Blockbuster waren.

Auch ein neues Drehbuch konnte nichts daran ändern – schade, dieses Buch hätte sicherlich einen herausragenden Film abgegeben. Trotzdem war ich ziemlich aufgeregt, als ich endlich im Kino saß. Und eins ist klar: Will Smith spielt als Dr. Robert Neville hervorragend. Wie er die Einsamkeit, den beginnenden Wahnsinn verkörpert, einfach packend. Er kann wohl also doch mehr als lediglich den Clown spielen. In der letzten Szene mit seinem Hund und der darauffolgenden Einstellung im DVD-Verleih hat man schon einen Kloß im Hals.

Leider hat das Drehbuch ein paar Schwächen, etwa den Bezug zu Gott, der im letzten Akt auftaucht. Ebenso das frühzeitige Auftauchen der „Darkseeker“, die dazu noch mäßig gerendert sind. Trotzdem hat die Szene, in der Neville seinen Hund im dunklen Haus sucht, meinen Puls so hochgetrieben wie schon lange kein Film mehr. Und nicht, weil im Dunkeln irgendetwas lauert. Sondern weil Neville, der vorher eher cool und taff scheint, plötzlich eine Scheißangst hat.

Ärgerlicherweise ist der Film dann auch hopplahopp zu Ende. Wer die Special Edition der DVD hat, sei dankbar: da ist das alternative Ende drauf. Zwar kommt dort die Storywendung etwas überraschend, hält sich aber weitaus näher ans Buch, während die Kinofassung die Prämisse des Buches fast ins totale Gegenteil dreht.

Also: beklemmender Film, toll inszeniert, nur deutlich zu kurz. Und auf eine richtig gute Verfilmung des Originalstoffes müssen wir noch länger warten. Hoffentlich nicht so lange wie auf dieses Remake. Allerdings: ein Prequel ist in Planung.

2 Kommentare:

Anonym hat gesagt…

ah, danke für den Link zum Originaldrehbuch. Das kannte ich noch gar nicht. :-)

Mash hat gesagt…

Gern geschehen!
Hier habe ich noch einen Link zu dem ersten Drehbuch von John Logan von 1997 - das im Eintrag verlinkte ist von 2000.

 

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