Dienstag, 3. August 2010

Der Nebel


Frank Darabont zeichnet für die bisher besten King-Verfilmungen „Die Verurteilten“ und „Green Mile“ verantwortlich. (Bevor die Kubrick-Fans kommen: jaja, nur ist „Shining“ doch schon ein paar Jährchen her.) Mit „Der Nebel“ hat er sich an ein klassischeres Horrorthema von King gewagt.

In einer Kleinstadt bei Castle Rock im Bundesstaat Maine geht ein Vater mit seinem Sohn nach einem heftigen Sturm einkaufen. Ein überaus merkwürdiger Nebel zieht auf, und bald schon stellt sich heraus: da ist etwas im Nebel. Sehr schnell finden sich die Kunden als Belagerte wieder, und da hilft es nicht wirklich, dass eine religiös Verblendete mit eingesperrt ist.

Ist schon ein merkwürdiger Zufall, King hat die Geschichte 1980 geschrieben (als man noch in einer Geschichte jemanden ein paar Dosen Bier trinken und trotzdem Auto fahren lassen konnte), im gleichen Jahr, als „The Fog“ ins Kino kam. Aber wir wollen gar nicht weiter spekulieren – dieser Film packt zu gleichen Teilen durch die soziale Komponente wie auch den Horrorteil durch eine klare Bedrohung.

Darabont hat die Story ein wenig umgearbeitet, pointiert und schneller gemacht, trotzdem hält er sich sehr exakt an die Vorlage – was zeigt, dass sie auch nach fast 30 Jahren nichts verloren hat. Ich bin ja eh der Meinung, dass King in der Zeit von 1980 bis 1989 seine besten Romane geschrieben hat. Da lasse ich auch noch die religiöse Spinnerin durchgehen, weil er diesen Typ Charakter da noch nicht so häufig benutzt hat.

Der Film hatte mit unter 20 Millionen Dollar ein eher kleines Budget, das schadet ihm aber kaum – mag natürlich daran liegen, dass der größte Teil des Films in einem Supermarkt spielt. ;) Ein guter Teil dürfte eh für die Trickeffekte draufgegangen sein.

Noch ein paar kleine Bonmots zum Schluss: das Bild, was unser Held zu Beginn malt, ist Roland vor dem Dunklen Turm, außerdem hängen noch Plakate zu „Green Mile“ und „Das Ding“ an den Wänden. Und die Valve-Programmierer von „Half-Life“ haben zugegeben, sich bei der Handlung ihres PC-Klassikers von der „Der Nebel“ inspiriert zu lassen haben.

1 Kommentar:

Falcon hat gesagt…

Der Film hat mir ziemlich gut gefallen, nur das Ende, das ja von der King-Geschichte deutlich abweicht, fand ich dann nicht mehr so doll.
Lieber ein offenes Ende, das aber noch etwas Hoffnung lässt - der Film hat mich dann doch etwas deprimiert zurück gelassen.

 

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