
Guillermo del Toros wohl bekanntester Film stand schon lange auf meiner „Muss ich sehen“-Liste, aber erst jetzt habe ich es geschafft. Del Toro arbeitet gerade an den beiden „Hobbit“-Verfilmungen mit Peter Jackson zusammen. Man kennt ihn jedoch auch von eher mittelmäßigen Filmen wie den beiden „Hellboy“-Teilen, dem extrem enttäuschenden „Blade 2“ und dem unausgegorenen „Mimic“.
In „Pans Labyrinth“ kombiniert der Mexikaner in einem Horror-Märchen den Schrecken des Partisanenkrieges im Spanien des Jahres 1944 mit den Erlebnissen eines kleinen Mädchens in einer Fabelwelt. Ofélia reist mit ihrer hochschwangeren Mutter zum Stiefvater, einen Armee-Hauptmann. Dieser Mann sieht die Mutter nur als Erfüllungsgehilfin bei seinem Wunsch nach einem Sohn.
Gleichzeitig macht Ofélia Bekanntschaft mit Feen und einem Faun, der ihr erklärt, sie sei eine Prinzessin. Um ihren Thron zu besteigen, muss sie drei schwierige Prüfungen ablegen. Anders als in anderen Filme mit ähnlichem Sujet ist die Traumwelt des Mädchens genauso schrecklich und brutal wie die Realität.
Del Toro schafft in beiden Erzählsträngen eine dichte Atmosphäre, eine optische Opulenz, die allein schon das Ansehen lohnt. Die Geschichte mit ihrem recht erschütternden Ende hat mich hingegen sehr bewegt. So etwa der Hinweis auf die Probleme beim starren Befolgen von Befehlen anderer.
Ich bin mir zwar ehrlich gesagt unsicher, ob mir nicht noch eine Menge Sachen entgangen sind, aber sicherlich sehe ich mir "Pans Labyrinth" noch häufiger an.
Kleine Parallele: auch im Film „Labyrinth“ mit David Bowie aus den Achtzigern geht es um ein Mädchen und ihren noch sehr kleinen Bruder, das es mit einer undurchsichtigen Figur zu tun bekommt.
Und noch eins: in Spanien wurde auf den Kinoplakaten erst nach einiger Laufzeit darauf hingewiesen, dass der Film recht brutal und erschreckend ist – viele Mütter waren wohl mit ihren Kindern in den Film gegangen. Das erinnert mich an „Gremlins“, der auch einen geringfügig anderen Inhalt hatte, als das Marketing suggerierte. Um mich herum waren erschreckte Kinder, schockierte Mütter, in der Mitte saß ein grinsender Martin. ;)






